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Gedenkort Güterbahnhof Moabit

Im Zweiten Weltkrieg wurden etwa 55.000 Juden aus Berlin mit Sonderzügen der Deutschen Reichsbahn in Ghettos und Vernichtungslager deportiert. Im Oktober 1941 verließ der erste sogenannte Osttransport den Berliner Bahnhof Grunewald. Ab dem Jahr 1942 fuhren Deportationszüge auch vom Anhalter Bahnhof und vom Güterbahnhof Moabit.


Welche Bedeutung der Güterbahnhof Moabit bei der systematischen Deportation von Berliner Juden wirklich hatte, wurde erst spät eindeutig belegt. Die meisten der von den Nationalsozialisten angeordneten „Sondertransporte“ erfolgten von den Gleisen 69, 81 und 82 des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit. Über 30.000 Menschen sind von hier aus in den Tod geschickt worden.
Seit 1987 wurde von Moabiter Bürgerinnen und Bürgern, von Historikern und Journalisten und schließlich auch durch eine Initiative der Stiftung Topographie des Terrors die Errichtung eines Gedenkorts am historischen Ort gefordert.
Nur im näheren Umfeld auf der Putlitzbrücke (1987) und in der Levetzowstraße (1988) wurden Mahnmale errichtet. Eine Informationstafel an der Zuwegung zu den ehemaligen Deportationsgleisen an der Quitzowstraße gibt seit 2007 einen Hinweis auf den geplanten Gedenkort.
Auf Antrag des Bezirksamtes Mitte von Berlin hat die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Mittel für die Realisierung eines Gedenkortes bis Juni 2017 bewilligt. Dafür hat das Land Berlin einen Kunstwettbewerb ausgelobt.
Eingeladen waren als Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Oscar Ardila
  • Katharina Heilein
  • Katharina Hohmann
  • Viktor Kégli
  • raumlabor berlin
  • Daniel Seiple
  • Albert Weis
  • Georg Winter
  • Andrea Zaumseil

Ziel des Kunstwettbewerbs ist es, den heute stadträumlich vergessene Ort der Landkarte der Berliner Gedenkkultur hinzuzufügen und die längst überfällige Erinnerung in das kollektive Gedächtnis der nachfolgenden Generationen einzuschreiben.
Die Kunst sollte im Kontext der bereits bestehenden Mahnmale auf der Putlitzbrücke und in der Levetzowstraße sowie der ehemaligen Deportationsorte Anhalter Bahnhof und S-Bahnhof Grunewald entwickelt werden und sich gegenüber diesen in seiner Form und Aussage behaupten.
Am 18. August 2016 tagte das Preisgericht zum Kunstwettbewerb und hat die Arbeit „Hain“ des Künstlerkollektivs raumlabor berlin mehrheitlich mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
Der 2. Preis wurde an die Arbeit „WEG-ORTNACHBARN“ der Künstlerin Katharina Hohmann vergeben.
Die Arbeit „DER HAIN – nach der Deportation“ von Andrea Zaumseil erhielt eine Anerkennung.

Foto:
© Andreas Szagun
Übersicht über das Gelände im Januar 1989, Blick nach Osten. Von links nach rechts: ehem. Posten (Ruine), Streckengleis Hamburger und Lehrter Bahnhof – Moabit, mit Kleingärten und Gewerbe überbaute Ladestraße an den ehem. Gleisen 82 und 81, Damm und Gleis der Ringbahngütergleise mit Signal, hinter dem Signal schwach erkennbar die Laderampe Gleis 69 (mit abgestellten Kfz.). Nicht erhalten.

Presseerklärung der Senatskanzlei

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